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Alla Lukashova hält effektiv und mit Leichtigkeit einige Bälle in der Luft!

Wie das geht...
Text: Carina Rother
Fotos: toldthebrand
15.04.2021
Alla geht immer nach vorne, sieht Lösungen und Möglichkeiten und liebt den Schritt aus ihrer Komfortzone heraus. Alla ist frei, selbstbewusst und effektiv – als Unternehmerin oder im privaten Leben. Mit einem großen Herz für Tiere und Vintage-Fashion erzählt sie dir ihre Geschichte und gibt Tipps zum Thema Gründen.

Genki steht für Lebenslust, für positive Energie, für Freude. Was bereitet dir im Leben Freude und warum?

Die Antwort ist ganz simpel: meine Familie. Die Möglichkeit Kontakt zu meiner Familie zu haben und zu wissen, dass es ihnen gut geht. Das ist für mich die Grundlage für alles Weitere im Leben – dafür glücklich zu sein.

Wir treffen uns heute um 13.39 Uhr (15.39 Uhr in Moskau). Angelehnt an dein Brand „told“ habe ich mich gefragt, welche kurze Geschichte kannst du über deinen heutigen Tag erzählen?

Es war bisher ein sehr schöner Tag. Ich bin zuhause, in meinem Geburtsort (Anm. der Red.: in der Nähe von Moskau) aufgewacht. Es ist ein klassischer Tag, den ich im Homeoffice verbringe.

Alla, kommen wir zum Thema Business: Arbeit ist etwas sehr Persönliches: Wer ist Alla und was macht dich aus – privat wie beruflich?

Ich fühle mich sehr gerne gebraucht. Auch daraus schöpfe ich – neben der Familie – sehr viel Energie. Ich bin gerade dabei eine Tierschutzorganisation zu gründen, da mir Tiere sehr am Herzen liegen und es viele Missstände diesbezüglich gibt.

Es macht mich auch aus, dass ich aktiv bin. Bei mir laufen oft einige Projekte parallel. Dabei arbeite ich sehr effektiv und denke viel nach. Von der Kultur des Hustlen in der Start-up Szene bin ich nicht überzeugt. Ich arbeite lieber drei Stunden produktiv statt 10 Stunden zwecklos.

Wie sieht dein Business-Tag aus: Arbeitest du im Flow oder strukturierst du deinen Tag durch?

Ich arbeite definitiv im Flow und gestalte den Tag flexibel. Durch die Selbstständigkeit habe ich die Möglichkeit zu jeder Zeit an jedem Ort zu arbeiten. Und wenn mir eine Geschäftsidee oder anderes um 22 Uhr abends einfällt, dann gehe ich dem auch nach. Dafür stand ich vielleicht um 15.00 Uhr auf dem Tennisplatz.

So wirkt es auch auf mich. Wenn man dir begegnet hat man das Gefühl, dass du deine Dinge mit Leichtigkeit machst. Du wirkst sehr frei und entspannt.

Du hast Publishing studiert an der HdM in Stuttgart. Hast du Learnings aus deinem Studium gezogen, die dich in deinem Alltag als Selbstständige begleiten?

Auf jeden Fall. Die beste Schule war mein Praktikum im Rahmen des Studiums bei dem ProSiebenSat.1 Accelerator. Ich hatte in sechs Monaten mit einer enorm hohen Anzahl an Start-ups Kontakt und habe rund 1500[EO1] Business Cases bearbeitet und Bewerber selektiert.

Ist aus dieser Erfahrung heraus auch der Wunsch gewachsen nach dem Studium direkt in die Selbstständigkeit zu gehen?

Um diese Frage zu beantworten, muss ich in meine frühe Kindheit gehen. Meine Mama sagt immer, mein erster Satz war: „Das mache ich alleine.“ Dieser Satz zieht sich durch mein Leben. Für mich war schon früh klar, dass die Selbstständigkeit für mich der richtige Weg ist. Um deine Frage also zu beantworten: Nein, das Praktikum war dafür nicht ausschlaggebend.

Neben „toldthebrand“ stehst du Start-ups beratend, mit deiner Expertise, zur Seite. Wie viele Unternehmen berätst du aktuell und was steht bei dir on top an?

Ich berate zwei Soloselbstständige Designer und ein Unternehmen. Außerdem soll toldthebrand in diesem Jahr noch stärker in den Fokus rücken und weiterentwickelt werden. Es steht aber, wie gesagt, noch der Tierschutz an und zwei weitere Projekte, über die ich aktuell noch nicht sprechen kann.

Bei so vielen Projekten, begegnest du sicher auch vielen Herausforderungen. Wie gehst du mit diesen um?

Mit Freude, denn ich mag das erfüllende Gefühl, wenn ich Herausforderungen gemeistert habe. Darum schrecke ich nie davor zurück, den nächsten Schritt zu tun.

Du gehst also auch gern aus deiner Komfortzone heraus?

Ja, absolut! Sehr gerne sogar.

Erinnerst du dich an deine größte Herausforderung seit deiner Selbstständigkeit?

Meine größte Herausforderung war es tatsächlich zu starten. Ich neige zum Perfektionismus, daher ist es mir schwergefallen, den vermeintlich richtigen Moment für den Start zu finden. Ich habe den Zeitpunkt sehr lange aufgeschoben. Von der Grundidee bis zum Launch hat es bei mir ca. 2-3 Jahre gedauert. Daher empfehle ich jedem direkt zu starten.

Ging es dir darum nicht scheitern zu wollen?

Nein, das nicht. Als Perfektionistin neige ich dazu, einen Gedanken oder eine Idee so lange zu optimieren, dass ich betriebsblind werde und wieder von vorne anfange. Ich kam nicht zu dem konkreten Produkt. Zu lernen, das Produkt im Flow zu gestalten und die Tatsache, dass es sich entwickeln darf, war auf meinem Weg ein wichtiges Learning.

Um Unternehmerin zu sein braucht es viel Mut und Selbstvertrauen: Hast du dir diese erarbeitet oder wurden sie dir in die Wiege gelegt?

Einerseits wurde es mir durch die Erziehung in die Wiege gelegt und meine Familie geht mit gutem Beispiel voran. Viele Familienmitglieder haben sehr viel erreicht und mich selbstbewusst erzogen. Andererseits gibt mir meine Ausbildung viel Selbstbewusstsein: Ich weiß, was ich kann und dadurch fühle ich mich sicher. Ich besuche ständig Seminare, bilde mich konstant weiter. 

Meine Devise: Wenn ich etwas nicht weiß, dann kann ich es lernen.

Wie definierst du Erfolg in Bezug auf das Unternehmertum?

Die Aspekte, die einem wichtig sind zu erfüllen.

Welche Aspekte sind das für dich?

Ein Aspekt ist, ein Unternehmen aufzubauen und sich dabei treu zu bleiben. Das steht für mich immer an erster Stelle. Ein anderer ist der finanzielle Erfolg.

Was war bisher dein größter Erfolg?

Lass uns darüber gerne in 10 Jahren sprechen (lacht). Ich habe sehr hohe Erwartungshaltungen an mich und mein Business, daher überlege ich kurz. (Anm. d. Red.: einige Sekunden später) Ein konkreter Erfolg in den letzten Monaten war die Kooperation mit Breuninger. Wir hatten einen Pop-up Store im Breuningerland in Sindelfingen. Da war ich schon stolz.

Mit welcher Vision gehst du für told in die nächsten Jahre?

Für told sehe ich tolle Pop-ups, einen eigenen Showroom und ein stabiles Wachstum. Ich freue mich, wenn wir mit toldthebrand nachhaltig Erfolg feiern können.

Das Interview neigt sich langsam dem Ende. Um den Kreis zu schließen, wird es wieder persönlicher.


Genki ist einerseits ein Lifestyle Magazin, andererseits eines für persönliche Weiterentwicklung? Wie stehst du zur persönlichen Weiterentwicklung?

Ich sitze gerade vor einem Stapel an Büchern, die ich mir letzte Woche gekauft habe. Ich entwickele mich stetig weiter. Lese gerne über Psychologie oder das Visualisieren. Ich finde es spannend zu beleuchten, wie man durch die eigene Einstellung Erfolg generieren kann.

Was steht auf deiner persönlicher Shoppingliste und warum?

Premium-Vintage ist mein Fashion-Thema. Das sind Teile, die dann auch länger auf der Liste stehen. So hat man Zeit sich zu überlegen, ob man es wirklich benötigt und freut sich umso mehr, wenn man es dann findet.

Last but not least: Was würdest du angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Sich so viel wie möglich mit anderen auszutauschen. Sich einen Mentor zu suchen, mit anderen Gründern zu sprechen, die ein Schritt voraus sind. Nie aufhören zu lernen. Ständig weiterbilden: Podcasts, Online-Angebote etc. zu nutzen.
Einfach zu starten: Es gibt nie den richtigen Zeitpunkt. Es gibt nie das richtige/optimale Geschäftsmodell – anfangen und weitergehen und optimieren.

Alla, Genki dankt dir für das interessante Gespräch und deine Zeit!